Laternen in Paris

Paris in 1 1/2 Tagen

Wir überlegen gerade, wo es dieses Jahr in den Urlaub hingehen soll. Ups, Urlaub? Da fehlt doch was und zwar meine Rückschau auf den letzten Urlaub. Unglaublich, wie die Zeit vergeht, ist es doch schon wieder ein paar Monate her und wenn auch alles vergeht, so bleiben doch die Erinnerungen und diese möchte ich nun hier festhalten und tauche damit ein und gehe die Reise noch einmal durch. Diese begann letztes Jahr Ende September in der wunderschönen Stadt Paris.

Paris vom Eiffelturm
Paris vom Eiffelturm

Frankreich hat mich ja schon längst überzeugt aber bei Paris war ich skeptisch. Ich habe diese Stadt vor vielen Jahren das erste Mal besucht und irgendwie hatte ich sie nicht mehr so richtig in Erinnerung und die Erinnerungen, die noch da waren, zählen nicht zu den Schönsten. Keine Ahnung, was damals los war, denn Paris ist einfach unglaublich schön. Viel Zeit hatten wir nicht, denn wir waren ja quasi auf der Durchreise, das eigentliche Ziel war die Bretagne, dazu aber in späteren Posts. Das einzig nervige an dieser Stadt ist der Verkehr und da wir mit dem Auto reisten, kamen wir nicht drumherum uns einzureihen und erreichten nach dem Chaos unser Hotel, was im 11. Arrondissement,  nah an der Seine und Notre Dame lag.

Seine Paris
Park an der Seine
Seine Paris
Weg entlang der Seine

Das Auto abgestellt, wollten wir keine Minute verlieren und zogen los entlang der Seine und nahmen Kurs auf Notre Dame. Einer meiner Lieblingsfilme aus Kindheitstagen war „Der Glöckner von Notre Dame“ natürlich mit Anthony Quinn und Gina Lollobrigida und obwohl es nur eine Romanverfilmung ist, so bestaunte ich die riesigen tonnenschweren Glocken, die Quasimodo damals taub gemacht hatten und die er trotzdem liebte, besonders die große Glocke Marie, denn die Stimme der Glocken war noch der einzige Laut, der zu seinen Ohren durchdrang. Insgesamt ist die Kathedrale ein imposantes Gebäude.

Kathedrale Notre Dame
Kathedrale Notre-Dame
Paris Kathedrale Notre Dame
Kathedrale Notre-Dame
Haupteingang Notre-Dame
Haupteingang Notre-Dame

Dann schlenderten wir weiter durch die Straßen von Paris. Es war Ende September aber das Wetter meinte es gut mit uns, es war so warm, dass wir noch auf einer Außenterrasse eines kleinen Restaurants im sogenannten „alten Paris“ zu Abend essen konnten, ich hatte Blancs de poulet sauce suprême und es war einfach köstlich. Eines der Gerichte, die ich unbedingt mal nachkochen muss. Selbstverständlich tranken wir dazu Vin und waren angekommen in unserer Auszeit. Alltag und Stress lagen hinter uns und vor uns unser Urlaub, einfach ein unglaublich schönes Gefühl und wenn man den dann in einer der schönsten Städte der Welt beginnt kann nichts mehr schief gehen, höchstens, dass uns der Wein zu Kopf stieg und wir schief aber glückselig zurück zum Hotel taumelten.

Blaue Stunde Seine Paris
Blaue Stunde an der Seine
Paris bei Nacht
Paris bei Nacht

Direkt gegenüber von unserem Hotel war ein kleines Cafe, dort nahmen wir am nächsten Tag ganz typisch französisch unser Frühstück ein, klein aber fein (petit déjeuner) Croissants und Café Creme und schmiedeten Pläne.

Straßencafe Paris
Cafe in Paris / Blick aus dem Hotel

Wir beschlossen mit einem dieser Hop-On-Hop-Busse zu fahren. Das Praktische an diesen Bussen ist, sie fahren wirklich alle großen Sehenswürdigkeiten an, man erhält viel Informationen und kann an vielen Stellen aussteigen und mit einem der nächsten Busse weiterfahren. Ganz klar, wir waren hier als Touris unterwegs und unser erstes Ziel war der Eiffelturm. Im Grunde ein Eisengeflecht aber egal aus welcher Perspektive betrachtet einfach atemberaubend. Schade, dass wir ihn nicht am Abend beleuchtet gesehen haben aber das wird irgendwann nachgeholt.

Eiffelturm / Wahrzeichen von Paris
Eiffelturm / Wahrzeichen von Paris
Eiffelturm Paris
Eiffelturm von unten
Stier-und-Dam-Skulptur von Paul Jouve am Fuß des Eiffelturms
Stier-und-Dam-Skulptur von Paul Jouve am Fuß des Eiffelturms

Ein ähnliches Gebäude wie Notre-Dame, um die sich eine weltbekannte Geschichte dreht ist die Oper von Paris und selbst wer die Geschichte nicht kennt „Das Phantom der Oper“ ist jedem wohl ein Begriff. Tatsächlich gibt es unter der Opéra Garnier unterirdische Gewässer, jedoch handelt es sich dabei um ein Grundwassersammelbecken, welches hin und wieder von der Feuerwehr abgepumpt werden muss. Das Gebäude, was im Auftrag von Napoléon III. erbaut wurde ist ein kolossales Gebäude und architektonisches Meisterwerk von Charles Garnier. Interessant ist dabei, unter welchen Gesichtspunkten der Bau erfolgte. Der damalige Besuch einer Oper bedeutete in erster Linie „sehen und gesehen werden“, weshalb u.a. eine einzigartige Marmortreppe das Foyer schmückt, welche quasi als Laufsteg der Zuschauer diente. Und selbst im Zuschauerraum wurde mehr Wert darauf gelegt diesen so anzuordnen, dass der Blick in die Logen einwandfrei war, der Blick auf die Bühne war allerdings erschwert, sozusagen eine Schaubühne der Zuschauer. Die Allee zur Opéra ist eine der wenigen von Paris, die keine Bäume säumt, auf der einen Seite heißt es, dass dies aus dem Grund erfolgte, damit der Blick zum Gebäude nicht eingeschränkt wird, auf der anderen Seite, soll der damalige Kaiser dies jedoch aus Angst vor Attentaten angeordnet haben.

Operar Garnier Paris
Opera Garnier

Trotz Bushopping waren wir auch ganz gut zu Fuß unterwegs und so schmerzten unsere Füße am Abend und als wir uns im Hotel frisch machten, waren wir uns einig, weit kommen wir heute nicht mehr. Tja und wie so oft im Leben liegt das Gute ganz nah und so landeten wir in einem kleinen von Außen unscheinbaren Restaurant direkt neben unserem Hotel. Wir bekamen gerade noch so ein Tischchen. Anfangs dachten wir, ganz schön eng hier, der Tisch wurde vorgezogen, so dass wir Platz nehmen konnten und sodann wieder zurückgeschoben. Die Tische waren klein und der Abstand zwischen den Tischen war so gering, dass man ohne Anstrengung auch vom Teller des Nachbartisches kosten konnte. In Deutschland undenkbar, wahrscheinlich gibt es sogar bei uns Vorschriften, um genau dies zu verhindern. Aber wir waren in Paris und hier war das normal und nach kurzer Zeit haben wir uns pudelwohl an unserem kleinen Tisch mit den Nachbarn gefühlt. Es ist ein ganz anderes Flair. Des Weiteren sind die Mieten in Paris exorbitant teuer und so wird hier eben auf kleinstem Platz größt Mögliches geboten. Das Essen war vorzüglich und der Wein wurde hier gut gelagert, was wir bestaunen konnten als der Kellner die untere Tür der Vitrine öffnete, rückwärts in ihr verschwand und bewaffnet mit zwei Flaschen Wein wieder erschien. Einfach grandios, hier wurde der Schrank umfunktioniert, denn unter ihm befand sich der Weinkeller. Das Restaurant bot natürlich was sein Name  „A la biche au bois“  (frei übersetzt: Zum hölzernen Hirsch) versprach und so gab es u.a. Wild auf der Karte. Ich hatte Wildente mit Pilzen und den mega leckersten purée de pommes de terre, zu deutsch Kartoffelpürree den ich jemals gegessen habe. Wer einmal in Paris ist, dieses Restaurant können wir wärmstens empfehlen, ihr findet es in der 45 Avenue Ledru Rollin, 75012 Paris und wie ich nun beim recherchieren sehe, auch vom Michelin-Führer 2016 empfohlen. Damit endete auch schon fast unser Aufenthalt in Paris. Nach dem Frühstück am nächsten Tag setzten wir unsere Reise in Richtung Bretagne fort. Mehr davon demnächst.

Laternen in Paris
Laternen in Paris

In Paris waren wir ganz sicher nicht zum letzten Mal und von Stuttgart ist man mit der Bahn in Nullkommanix dort und so können wir all das nachholen, was wir nicht geschafft haben … denn viele wirklich lohnenswerte Sehenswürdigkeiten mussten bei diesem Aufenthalt aufgrund Zeitmangel vernachlässigt werden. Nicht zu vergessen dem bislang ausgebliebenen Shoppingmarathon, frei nach dem Motto „Was kostet die Welt, Haute Couture und Chocolaterie wollen erobert werden“.

Maxim's Paris
Wir gehen ins Maxim’s

Na ja, das machen wir dann beim nächsten Mal. Auf jeden Fall empfehle ich jedem Paris-Besucher sich Zeit zu nehmen und die Stadt auf sich wirken zu lassen. Lieber etwas weniger sehen aber dafür mit allen Sinnen erleben.

Eure Doreen

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4 Gedanken zu „Paris in 1 1/2 Tagen“

  1. Liebe Doreen,
    Paris ist immer eine gute Idee und auf jeden Fall auch immer wieder eine Reise wert! Ich glaube ich nehme dieses Jahr auch mal wieder einen Städtetrupp in meine zeitnahe Urlaubsplanung auf. Tolle Eindrücke hast Du mit gebracht!
    Liebe Grüße
    Tanja

    1. Liebe Doreen,

      eine wunderschoene Reisebeschreibung, da bekommt
      man Sehnsucht all diese Sehenswürdigkeiten selbst zu
      sehen. Aber ich darf es mit Deiner Beschreibung auch
      mit erleben. Die Fotografien sind sehr stimmungsvoll.
      Ich verfolge weiter euern Urlaub mit Spannung.
      Liebe Grüße
      Lene.

    2. Liebe Tanja,
      mach das, wir überlegen auch schon, wann wir Paris nochmal mit einplanen. Paris, wie du sagst ist immer eine Reise wert und damit kann man nichts verkehrt machen.
      Liebe Grüße
      Doreen

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